Welches Art Journal

Welches Art Journal

Welches Art Journal soll ich kaufen? Welches Art Journal soll ich verwenden?

Ich möchte vorerst mit der Aussage anfangen: es gibt bekanntlich kein Richtig oder Falsch beim Art Journaling. Was gefällt ist sehr individuell und hängt auch von der Art Materialien, die Du einsetzt. Trotzdem versuche ich Empfehlungen abzugeben, die aber stark davon geprägt sind, dass ich es „feucht“ liebe: ob Acryl- oder Wasserfarben, ich benutze gerne viel Wasser beim Malen. Wenn das bei Dir nicht der Fall ist, kannst Du Dich auch für günstigere Optionen entscheiden.

Und nun von vorne.

Es gibt drei Typen von Art Journals:

  1. Normale Skizzenbücher, die zum Malen eingesetzt werden, meist fürs Aquarell
  2. Spezielle Art Journals oder Mixed Media Journals, die speziell für uns kreiert worden sind
  3. Selbstgemachte Art Journals, aus einzelnen Blättern oder aus einem alten Buch erstellt

Am billigsten ist es natürlich Dein Art Journal selbst herzustellen (also eigentlich für 0€). Auch kannst Du günstige Skizzenbücher finden (ab 10€). Nach oben für Künstler Notizbücher oder bei den speziellen Art Journals gibst Du für A4-große Journals 30€ und mehr aus. Da lohnt es sich über DIY-Ideen nachzudenken.

Dieser Blog ist Dir zu lange zum Durchlesen? Dann empfehle ich Dir mein Video:

Skizzenbücher

Ein gutes Einstiegsprodukt sind Skizzenbücher. Diese sollten Papier mit einer Mindestgrammatur von 150-180g/m2 haben. Die Grammatur ist ein Maß für die Dicke des Papiers und auch ein Hinweis, wie viel Wasser das Papier aufnehmen kann. Aber wenn Du nur stempelst und skizziert, können sich für Dich günstigere Skizzenbücher eignen.

Es gibt günstige Eigenmarken (Muji, Boesner, etc.), aber auch hochwertigere Art Journals von Hahnemühle oder Strathmore. Meine persönlichen Favorites sind die Zeta-Serie von Stillman & Birn. Ich mag es, wenn die Seiten zusammengenäht wurden. So kann ich, wenn ich möchte, eine Doppelseite bemalen ohne Spalt zwischen den Seiten.

Bei den Seitengrößen gibt es auch viel Auswahl. Wenn Du anfängst, würde ich Dir ein Buch in Größe A5 empfehlen. Die weiße Seite ist dann nicht zu groß und beängstigend. Diese kann entsprechend schnell befüllt werden. Mit der Zeit wirst Du für Dich herausfinden, was Du magst. Ich zum Beispiel bin immer wieder auf der Suche nach Journals die A3-Groß sind. Ich liebe den Platz, die ich dabei ausnutzen kann.

Aber vielleicht magst Du eher die Spiralbücher? Da kannst Du eine Seite, die Dir nicht gefällt einfach ausreisen. Aber Doppelseiten weisen einen großen Spalt auf, den Du Dir einfach wegdenken muss, oder spielerisch überbrücken musst. Aber natürlich kannst Du auch nur Einzelseiten bemalen.

Da viele Skizzenbücher ursprünglich fürs Aquarell malen gemacht wurden, gibt es einige Typen, die im Querformat kommen. Mir gefällt dieses Format (sehr langgezogenen Doppelseiten) nicht, aber es kann auch zu spannenden Kompositionen führen!

Art Journals

Jede der bekannten Künstlerinnen hat angefangen, ihre eigenen Journals produzieren zu lassen. Die bekanntesten sind:

  • Dyan Reaveley - Dylusions
  • Dina Wakley – Media Journal
  • Jane Davenport - Journal
  • Donna Downey – Inspiration Wednesday Art Journal

Leider zahlt man dabei aber auch den Namen der Künstlerin mit, so dass ich bei allen. die ich kenne keine Empfehlung abgeben kann: ich finde die Preis-Leistung nicht gerechtfertigt.

Die Dylusions Art Journals sind tolle Journals für den Einstieg. Sie kommen in verschiedenen Formen, Größen und Papierfarben vor. Mein Lieblingsjournal von Dylusions ist quadratisch und hat schwarze Seiten! Das Cover ist aus dickerer Pappe und kann mit einem Gummi zusammengehalten werden. Im Inneren findet man ein Kuvert, in dem man kleinere Papiere aufbewahren kann. Leider spricht das Papier nur beschränkt gut auf Wasser an. Für Aquarell ist das Papier leider nicht wirklich geeignet.

Auf Youtube habe das Media Journal von Dina Wakley bereits sehr negativ bewertet, und habe viel Dislike dafür geerntet. Das Positive vorab: das Journal besteht aus verschiedenen Materialien. Besonders müssen die Jutte- oder Leinwand-Seiten angemerkt werden. Aber was spannend klingt und teuer ist, ist, finde ich, nur beschränkt Mixed-Media tauglich. Die schönen Baumseiten sind für Aquarell oder Acrylfarben überhaupt nicht geeignet. Die Seite wellen sich und nehmen die Farbe schlecht auf. Und die Jute- und Leinwand-Seiten sind zwar schön anzusehen, aber überfordern mich … Ich versuche mich immer wieder daran, habe aber über keinen Spaß beim Arbeiten, da ich ständig überlegen muss, welche Materialien ich hier überhaupt drauf geben kann.

Die Inspiration Wednesday Art Journals werden leider nicht mehr hergestellt. Aber ich erwähne sie sehr gerne, weil ich die kleinen Anhänger zwischen den einzelnen Seiten toll finde. Und von den erwähnten und von mir ausprobierten, hatten diese das beste Papier: Wasser konnte ihnen nichts antun! Und wenn diese nicht mehr verfügbar sind, können diese einfach selbst nachgemacht werden.

Die selbstgemachten Art Journals

Die aufwändigste aber zugleich auch persönlichste Form ist das eigenständige Kreieren eines Art Journals. Vereinfacht gesagt, gibt es zwei Typen:

  • Von Grund auf aus neuen oder alten Papierstücken erstellt
  • Auf Basis eines alten Buches oder eines alten Prospektes

Solltest Du Dein Journal selbst erstellen wollen, ist die Frage, ob Du weißes, unberührtes Papier einsetzen möchtest, oder eher alte, eventuell bereits bemalte Seiten benutzen möchtest. Im zweiten Fall spricht man auch von einem Junk Journal: hier kannst Du alte Kuverts, Gelliplate-Abdrücke, Scrapbook-Papier, etc. einarbeiten. Bei weißem Papier kannst Du Dir ein qualitativ-hochwertiges Journal zu relativ günstigen Kosten erstellen. So sind meine Lieblingsjournals entstanden.

Für die Bindung gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Auf meinem Youtube-Channel kannst Du unter https://www.youtube.com/playlist?list=PL-T-AfW1PZddvPoF9fD4nCT5SmepwggJ4 einige Ideen finden. Dort zeige ich sehr unterschiedliche Möglichkeiten eigene Art Journals zu erstellen. Diese bekommen zusätzliche ein schönes Pappe-Cover, das natürlich entsprechend dekoriert werden muss.

Wenn Du alte Bücher magst, kann es schwer sein, daraus ein Art Journal zu machen. Ich finde, wir geben den meisten ein zweites Leben. Du kannst das Buch vorbereiten, indem Du 1/3 der Seiten entfernst und bei Bedarf die Seiten zusammenklebst oder mit Gesso behandeln. Solltest Du bedenken haben, kannst Du auch einfach Werbeprospekte nehmen. Am besten dafür geeignet sind die, die matte, dickere Seiten haben.

Es ist ein langer Blog geworden, weil das Thema Art Journal, beziehungsweise Papier sehr wichtig ist. Ich würde eher bei den Farben sparen als beim Papier. Ich finde es sehr frustrierend, wenn ich lange an einem Bild gearbeitet habe, und sich die Seite entweder wellt, oder gar auflöst (alles schon passiert!). Aber wir anfangs erwähnt, muss man für ein gutes Art Journal (außer man stellt selbst her) viel Geld ausgeben. Aber es lohnt sich!

Deine Karli S

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