Welchen Bleistift Härtegrad sollst Du verwenden?

Wer anfängt zu zeichnen und zu schreiben, startet mit Bleistiften. Ein Bleistift kann einfach in die Hand genommen werden und macht keinen „Dreck“. Er kann mit einem Radiergummi leicht entfernt werden und ist somit nicht dokumentenecht. Trotz allem sollte dieses wichtige Kunstmaterial nicht unterschätzt werden. Es nimmt eine wichtige Rolle in der Kunst ein. Was solltest Du also über Bleistifte wissen? Und was benötigst Du, um damit kreativ sein zu können? Warum ist der Härtegrad wichtig?

Bleistifte – eine Einführung

Das Wichtigste vorab: in Bleistiften wird kein Blei mehr eingesetzt. Blei wurde im 18 Jahrhundert durch Graphit ersetzt. Somit sind die Stifte heute ungiftig. Eventuell könnte die Lackierung des Holzschaftes toxisch sein, aber viele Hersteller haben aus diesem Grund auf Wasserlackfarben umgestellt.

Graphit wird in unterschiedlichsten Formen verkauft, und zwar als:

  • Vollminenstift (=Graphitstifte)
  • Graphitstäbchen
  • Knetpaste
  • Wasserlösliches Graphit
  • Stift

Da Graphit leicht schmiert, hat sich die Stiftform durchgesetzt, Dabei wird die Bleistiftmine in einem Holzschaft eingebettet, damit der Grafit lediglich auf das Papier übertragen wird. Auch Druckbleistifte, Fallminenstifte oder Minenbleistifte sind sehr beliebt, da deren Hülle immer wieder mit neuen Bleistiftminen bestückt werden kann.

Bleistift Härtegrad

Bleistifte unterscheiden sich durch ihren Härtegrad. Dieser bestimmt auch den besten Einsatz. Jeder höherwertige Bleistift wird mit 1-2 Buchstaben und einer Zahl gekennzeichnet. Es wird zwischen Hart (H für Hard) und Schwarz (B für Black) unterschieden. Beide Gruppen haben jeweils 9 Bleistiftstärken (= Bleistift Härtegrad). Somit ist der weichste und dunkelste Bleistift mit 9B, während der härteste mit 9H beschriftet wird. In der Mitte sind die Bleistifte mit Bleistiftstärke HB (ohne Zahl) zu finden. Dies sind die Bleistifte Härtegrade, die für den Alltagsgebrauch eingesetzt werden.

Weiche Bleistifte eignen sich wunderbar für Skizzen und Zeichnungen. Wenn Du gerne zeichnest, solltest Du mindestens ein Zeichenbleistift mit Härtegrad 2B sowie noch einen weicheren Stift verwenden, um Deiner Zeichnung mehr Tiefe zu geben. Härtere Bleistifte sind kaum sichtbar und eignen sich insbesondere für technische Zeichnungen und evtl. auch für Unterzeichnungen bei Aquarellmalerei. Du willst noch mehr über Härtegrade erfahren? Ich habe einen ganzen Artikel zum Thema Bleistift Härtegrad verfasst. 

Welche Bleistift Härtegrade benötigst Du?

Ich habe wie alle, ganz viele Bleistifte zu Hause. Als ich anfing mich stärker mit der Malerei und dem Zeichnen zu beschäftigen, kaufte ich mir ein Pack Bleistifte in unterschiedlichen Bleistift Härtegraden von Koh-i-noor. Es handelte sich ja um ein Künstlerprodukt. Was sollte da schief gehen? Leider fand ich, dass die Stifte auf dem Papier kratzten und auch keinen gleichmäßigen Auftrag hatten. Dies ist natürlich nur relevant, wenn man viel zeichnest. Aber ich habe beschlossen auf höherwertige Stifte umzusteigen und habe Caran d’Ache Bleistifte gekauft. Es handelt sich neben Stadler um die besten Bleistifte. Und ich finde der Kauf hat sich gelohnt.

Worauf solltest Du beim Kauf achten?

  • Wie ernst meinst Du es mit der Kunst? Wenn Du nur alle 3 Monate eine Zeichnung erstellst, dann reichen Studenten-Bleistifte durchaus aus. Ansonsten solltest Du alle Bleistift Härtegrade von HB bis 9B besitzen.
  • Wie zeichnest Du? Handelt es sich eher um leichte Umrisse, Skizzen oder schattierst Du viel? Die besten Umrisse bekommst Du mit härteren Stiften, weiche Stifte sind besser für Schattierungen und umfangreiche Flächen geeignet. Du solltest aber 2-3 verschiedene Bleistift Härtegrade besitzen (HB, 2B, 6B).
  • Die Form – Runde Stifte rollen und fallen häufig (was zum Bruch der empfindlichen Bleistiftmine führen kann), Sechskant oder Dreikant Bleistifte sind somit für mich ein absolutes Muss. Natürlich kannst Du auch mit Druckbleistiften arbeiten, das empfehle ich Dir aber nur für Umrisse und leichte Skizzen.

Materialien für Bleistiftzeichnungen

Du zeichnest gerne? Dann solltest Du von HB bis 9B ein paar Bleistifte besitzen. Aber was benötigst Du daneben? Anbei meine Liste an unbedingt notwendigen Materialien (und weitere Empfehlungen):

Papier

Wie immer gutes Papier: Gutes Papier ist das A und das O Deiner Kunst. Kopierpapier eignet sich deshalb nicht für Deine Bleistiftzeichnung. Investiere lieber in Papier von Canson und andere namhaften Anbieter. Mein Lieblingspapier ist Mi-Teintes von Canson, das es in den unterschiedlichsten Farben gibt.

Radiergummi

Obwohl Bleistifte wegen ihrer Eigenschaft ausradierbar zu sein, geliebt sind, gibt es große Unterschiede. Ich liebe knetbare Radiergummis, besitze aber auch einen feinen Präzisionsradiergummi von Tombow. Auch könnte ein mechanischer Radiergummi mit seiner großen Effizienz interessant sein. Aber vielleicht reicht Dir ein Bleistift mit Radiergummi, damit Du diesen nicht immer suchen musst?

Bleistiftspitzer

Eigentlich reicht ein Cutter oder ein scharfes Messer, um einen Bleistift anzuspitzen. Aber wenn Du wie ich lieber auf der sicheren Seite sein möchtest, ist ein Bleistiftanspitzer unabdingbar. Für unterwegs mag ich Spitzer mit Auffangbehälter. In meinem Atelier habe ich eine Spitzmaschine, die erstens meine Stifte super spitz anspitzt und zudem aufhört, wenn diese ausreichend gespitzt wurden.  

 

Weitere Materialien

Bleistiftverlängerung – Sobald der Holzschaft des Bleistiftes stark gekürzt ist, wird das Halten des Stiftes stark erschwert. Da kommt eine Bleistiftverlängerung gerade richtig. So kannst Du mehr aus Deinem Stift machen!

Handschuh – Grafit wird durch das Fett und die Feuchtigkeit Deiner Hände gerne auf dem Papier verschmiert. Um Deine Zeichnung zu schützen, solltest Du also etwas zwischen Deiner Hand und dem Papier haben: ein Stück Papier oder einen fingerlosen Handschuh

Lineal, Zirkel – Wenn Du mit Perspektiven und Hilfslinien arbeitest, könnten ein Lineal und Zirkel hilfreich sein

Exkurs - Mit Bleistift malen

Bleistifte erzeugt einen leichten Schimmer aufs Papier. Kein Wunder also, dass der Wunsch entstand diesen Effekt auch mit Malfarbe zu erzeugen. Es gibt unterschiedlichste Formen von „flüssigem Graphit“. Wasserlöslich oder nicht wasserlöslich. Es werden unterschiedliche Schattierungen angeboten. Nichtsdestotrotz, dies erzeugt keinesfalls den Farbeffekt von dick aufgetragenem Graphit. Schade!

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