Aquarell

Wasserfarben im Art Journaling

Aquarellfarben kommen im Art Journaling und bei Mixed Media eigentlich wenig zum Einsatz. Und das ist schade, da es einfach Spaß macht mit ihnen zu arbeiten. 

Was macht gute Aquarellfarbe aus?

Bei Aquarell werden Pigmente mit Gummi Arabicum gemischt. Dieser Wundsaft löst sich in Wasser gut auf. Aufs Papier gebracht scheint das Papier immer durch. Das macht den Reiz dieser Malerei aus: die Transparenz, die Leuchtkraft und die Fähigkeit diese lasierend aufzutragen: sprich man kann mehrere Farben übereinander anbringen und so kann durch Überlagerung Farben gemischt werden (z.B. rot und gelb zu orange). Das nennt man Lasieren. Aber auch Nass gemalt können die Farben sich wunderbar mischen. Dabei entstehen immer sehr tolle und meist unerwartete Effekte. Diese machen den Reiz von Aquarell aus. Was ich auch liebe, ist die Tatsache, dass man diese überall mitnehmen kann: sie benötigen wenig Platz und machen wenig Dreck. Die ideale Farbe für's Reisen: z.B. für Reisetagebücher. Diese können damit super gestaltet und dekoriert werden.

Die Herausforderungen von Aquarell

Die tollen Eigenschaften von Aquarell sind auch ihre schwächen und viele getrauen sich genau aus diesen Gründen nicht an Aquarell: 

  • Die Farbe ist transparent: d.h. man kann nicht durch Überlagerungen Fehler übermalen. Auch müssen weiße Stellen vorab gut geplant sein. Will man übermalte Stellen wieder weiß bekommen, so muss dort mit weißer Gouache oder Acrylfarbe übermalt werden.
  • Die Farbe macht insbesondere nass in nass was sie will. Die Farbe verteilen und vermischen sich willkürlich über die Seiten.  Gerne entstehen Pfützen, die beim Trocknen einen unschönen Rand hinterlassen.
  • Das gleichmäßige Anbringen von Farbe (=Lasieren) muss gelernt werden. Zuerst muss das Pigment gleichmäßig aufgetragen werden (geht am Besten durch Auflösen der Farbe in Wasser, im Becher oder auf der Palette - also nicht im Näpfchen), und das Wasser darf sich nirgends konzentrieren können. Dazu hilft es, das Papier auf einer Platte mit Klebstreifen zu strecken.
  • Die Farbe braucht Zeit um zu trocknen. Will man lasieren, und das Papier ist noch nass, dann entstehen vielleicht ungewollte nass in nass-Effekte.
  • Aquarell ist wasserlöslich und wird durch weitere Aufträge gerne reaktiviert.
  • Einige Farben neigen dazu zu granulieren: d.h. auch bei perfektem Auftrag werden diese keinen einheitlichen Schicht erzeugen: diese bilden Blüten, die zwar sehr reizvoll sein können, aber auch sehr frustrieren können.

Das ist auch der Grund warum Aquarell als schwierig bezeichnet wird. Wenn man aber mit diesen Einschränkungen spielt, kann man viel Freude mit dem Medium haben.

Berglandschaft in der Lasurtechnik | Karli S. 

Was benötigst Du um mit Aquarell anzufangen?

Drei Materialien sind wichtig beim Aquarellieren: 

Gutes Papier

Das A und das O (ich weiß: ich wiederhole mich...). Hier geht es, wenn Du Wellen verhindern willst, ab 300g/m2. Es geht auch mit geringerer Grammatur, aber eher für Skizzen und für Arbeiten, wo wenig Wasser zum Einsatz kommt. In Journals muss Du damit leben, dass das Papier sich leicht wellen wird. Blocks sind eine tolle Investition, weil da das Papier schon aufgespannt ist. Es können aber auch größere Bögen gekauft, und dann auf die richtige Größe zugeschnitten werden. Wenn Du an Skizzenbuch interessiert bist, empfehle ich Dir folgenden Beitrag

Wasserfarben

Es gibt sehr viele Marken. Eine einfache Gegenüberstellung findest Du im Video. Die meisten Hobbykünstler benutzen Aquarellkästen mit Näpfen. Mit einem Wasserbehälter oder einem Wassertankpinsel kannst Du auch unterwegs Urban Sketching und einfache Etüden malen. Neben den Näpfen gibt es auch Tuben, die Du entweder in Näpfen abfüllst und getrocknet, wie normale Näpfe benutzt, oder Du löst die Farbe in Wasser auf, um perfekte Lasuren zu erzeugen. Interessant sind auch die Peerless Wasserfarben. Hier wurde Löschpapier in Farbe eingetaucht. Nun kann die Farbe einfach mit Wasser reaktiviert werden. Oder Du bestellst bei Schmincke oder Daniel Smith Dot Cards: dabei werden kleine Tropfen Farbe auf einem Karton getrocknet (auch hier reicht ein bisschen Wasser, um die Farbe zu aktivieren). Beide Lösungen sind ideal für Unterwegs!

Pinsel

Die einfache Feststellung: Du brauchst für Aquarell besondere Pinsel. Du brauchst Pinsel, die viel Wasser aufnehmen können und Dir so helfen länger ohne Unterbrechung zu malen. Die gute Nachricht: Du benötigst wenig unterschiedliche Größen. Ein guter, fetter Pinsel (in Größe 8) kann dicke, aber auch sehr feine Striche erzeugen. Die schlechte Nachricht, gute Pinsel sind teuer. Und hier sind sie wichtiger als bei Öl- oder Acrylfarben. Du kannst natürlich auch einen Wassertankpinsel kaufen. Aber den würde ich Dir nur für Reisen oder Urban Sketching empfehlen: Du kannst Deine Farben damit kaum rein halten. und auch der Farbauftrag ist nicht ideal

Anderes

Kreppband kann helfen, um Dein Papier aufzuziehen. Eine Küchenrolle hilft natürlich auch, um Dein Pinsel sauber zu halten. Auch kannst Du mit Maskiermittel einsetzen, um gewisse Stellen weiß zu halten. Unterschiedliche Materialien können auch helfen, um verschiedene Effekte zu erzeugen: z.B. Frischhaltefolie, Schwamm, Alkohol,  sogar Schablonen!

Eine letzte Bemerkung: gerne wird Schulmalfarbe als Wasserfarbe oder gar Aquarell bezeichnet. Diese haben, außer das man Wasser braucht, um sie zu benutzen, wenig gemein. Schulmalfarben sind sehr günstige Farben, die mit viel billigen Zusätzen gemischt werden. Die Farben sind wenig transparent, matt und meist nicht leuchtend.

Aquarell im Journaling

Natürlich kann und sollte Aquarell in Journals eingesetzt werden. Ob rein im Stile der Urban Sketcher, oder mit anderen Medien (was aber gewisse Herausforderungen bringt!), es ist ein tolles Produkt, dass viel Spaß macht. Und wie ich gerne sage: probieren geht über studieren!

In diesem Video erkläre ich Dir, wie ich Wasserfarben beim Art Journaling einsetze.

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